Venedig fotografieren – Stefano Paterna

… als kleine Entschädigung, für coronabedingt nicht sinnvoll mögliche Urlaube, sind mir gute Fotobücher immer willkommen.

Ich persönlich habe in den vergangenen Monaten immer wieder „virtuelle Ausflüge und Urlaube“ unternommen. Durch die intensivere Beschäftigung mit eigenen Fotos vergangener Tage, durch das Betrachten von Fotos und Lesen von Geschichten im Internet, aber natürlich auch durch Fotobildbände und Fotofachbücher, war es möglich den alltäglichen Einerlei für kurze zeit zu entfliehen. Aussagekräftige Texte und gute Bilder in der Hand haltend, darin eintauchend, am liebsten draußen im Garten, kein Ersatz, aber zumindest eine Möglichkeit der Linderung, Balsam für die Seele.

Eines der Bücher, auf das ich persönlich schon seit seiner Ankündigung sehr gespannt war … meine Leidenschaft für Venedig dürfte durch meine Galerien ja bekannt sein … ist nun erschienen und ich habe mich direkt  ausführlich mit dem Buch beschäftigt.

Venedig fotografieren – Stefano Paterna

Es ist ein fotorucksackgerechtes Taschenbuch, was für mich bei einem Fotoscout ja auch Sinn macht. Man liest es nicht wie einem Roman oder betrachtet es andächtig wie einen Bildband, sondern man nutzt es, man nimmt es mit auf die Reise, man macht sich darin Notizen, man spickt den Scout mit Post-it´s
-ergänzt ihn sozusagen individuell-, jeder nach seiner Facon. Um das Ergebnis an dieser Stelle vorwegzunehmen, genau das hat dieses Buch verdient.

Stefano Paterno schreibt eingangs, dass sein Buch keinen Reiseführer ersetzt. Da hat er sicherlich zum einen Recht, zum anderen habe ich in diesem Buch neben dem rein Fotografischen viele Hinweise auf Orte bekommen, die ich noch nicht kannte bzw. an denen ich in Venedig noch nicht war oder achtlos vorbeigegangen bin. Die Einleitung, mit Tipps zur Anreise  etc. kommt dann auch recht schnell zum eigentlichen Thema; dem Fotografieren.

Venedig ist unterteilt in 6 Stadtteile (sesteri), was Stefano Paterna auch für sein Buch übernimmt. Nach einem Kartenausschnitt des Stadtsechstel mit den markierten Einzelspots, werden diese dann mit Beispielbild, QR-Code, Geo- und Kameradaten und Hinweisen zu den besten Tageszeiten einzeln vorgestellt.

Am Ende geht Stefano Paterna noch auf einige Inseln, den Karneval, serielles Fotografieren und Filter ein. Für mich ein wirklich rundes Buch, sehr viele venezianische Besonderheiten werden angesprochen. Natürlich nicht wie in einem Kunstreiseführer, sondern knapp und für Fotografen interessant … so wie ich es mir von dem Buch erhofft hatte. Die ersten Post-it´s und Notizen sind auch schon drin … wann auch immer, ich freue mich auf ein Wiedersehen mit Venedig. Ich habe durch das Buch den ein oder anderen neuen Spot oder eine Anregung zur Umsetzung eines Bildes bekommen, was die Lust auf Venedig leider nur noch größer macht..

Wer eine Reise nach Venedig macht und dem Hobby Fotografie verfallen ist, für den ist dieses Buch sehr zu empfehlen. Eine kleine persönliche „Warnung“ … beim ersten Aufenthalt in Venedig ist es fast unmöglich nur die fotografischen Highlights in sein Programm aufzunehmen. Viel zu groß ist die Zahl der Eindrücke, rechts und links des geraden Weges. Egal ob der fortgeschrittene Verfall eines Palazzo, die pittoreske Ansammlung von Booten, das Gewusel auf den Einkaufsstraßen oder die sinnlichen Erfahrungen auf dem Markt, genießt es, macht erste Schnappschüsse für Eure persönlichen Erinnerungen und fahrt nochmals mit deutlich mehr Zeit nach Venedig … genau dann kommt der große Nutzen des Buches von Stefano Paterna zum tragen.

Für einen kleinen Ausflug lade ich Euch gerne in meine Galerien ein:
Venedigs Kanäle, Gassen und Plätze 
Carnevale di Venezia

 


24,90 

Erscheinungsdatum: 29.03.2021
Seitenanzahl: 256
Verlag: dpunkt.verlag
Einband: komplett in Farbe, Broschur
ISBN Print: 978-3-86490-817-0

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