Monthly Archives: Mai 2020

Lieblingsbilder 001

Ausstellung: GOLD – Sebastiao Salgado

über das Buch aus dem Taschenverlag habe ich ja bereits einen ausführlichen Bericht geschrieben, aber nun hatte
ich auch die Gelegenheit die Ausstellung GOLD in der Bene Taschen Galerie in Köln zu besuchen. Ca. 30 Fotos in
unterschiedlichen Größen werden in 2 Räumen präsentiert. Die weißen Wände und die gute Beleuchtung
lassen die Bilder gut zur Geltung kommen. Bei den analogen Fotoabzügen ist der richtige Betrachtungsabstand
für mich entscheidend für die Bildwirkung, denn die Körnung wird bei zu nahem Betrachtungsabstand schon störend deutlich.

Über diesen Link zur Galerie kann man sich vorab schon mal einen sehr guten Überblick über das gezeigte verschaffen.

Hier noch ein Link zu einem Interview mit S. Salgado, das im Zusammenhang mit der Ausstellung geführt wurde.

Wer also in absehbarer Zeit nach Köln kommt, sollte sich die Ausstellung ansehen. In der Nähe befindet sich auch der
Aachener Weiher und der bekannte Friedhof Melaten, so kann man seiner Kamera auch noch etwas „Futter“ verschaffen.
Nebenbei noch ein Tip für ein super leckeres Eis bei SCHMITZ , ganz in der Nähe der Galerie auf der Aachener Str., ein
paar hundert Meter in Richtung Zentrum.

Authentische Porträts fotografieren – Chris Orwig

Buch-Rezension

Authentische Porträts fotografieren – Chris Orwig

Ein Leitfaden für die Suche nach Wesen, Bedeutung und Tiefe

d.Punkt-Verlag 2020

 

In dem Fotogebiet „Porträt“ habe ich mich bislang nur nebenbei gelegentlich mal versucht, aber mich nie wirklich damit beschäftigt. Mit dem einen oder anderen Ergebnis war ich zwar ganz zufrieden, aber es war mir ganz klar, war es Zufall oder wo liegen die Ursachen zwischen „naja, okay“ und „eigentlich sehr gut“. Manche Porträts bekannter Fotografen sprechen mich an, andere eher weniger. Auch hier wurde mir nicht wirklich klar, woran das genau liegt. Ich habe für mich in unterschiedlichen Büchern nach Porträts gesucht und die entsprechenden Texte gelesen. In dieser Phase fand ich im Repertoire des d.Punkt-Verlags das Buch von Chris Orwig. Das Porträt auf dem Umschlag des Buches -ein alter Mann mit grauem Haar und Vollbart blickte mich zurückhaltend, aber nicht unfreundlich an- gefiel mir ausgesprochen, es war für mich authentisch.

Chris Orwig wählt in seinem Buch einen für mich eher ungewöhnlichen Weg, er gibt keine fertigen Anleitungen, keine fotografischen Kochrezepte, an seine Leser, er geht das Thema sehr menschlich, sehr tief an. Er beschreibt viele innere Abläufe und Überlegungen, die eng mit einem Porträt zusammenhängen und damit auch Einfluss auf das Ergebnis nehmen. Die vielen möglichen Interaktionen, die zwischen zwei Menschen, dem Fotograf und dem Model, ablaufen, werden beleuchtet. Chris Orwig spricht von Ängsten und Zweifeln sowie der Möglichkeit mit diesen umzugehen. Verknüpft werden die Betrachtungen mit praktischen Hinweise und Techniken, um sie individuell zu nutzen und auch anzupassen. Jeder Fotograf ist anders auf seiner künstlerischen Suche. Chris Orwig stellt das aufrichtige Interesse am porträtierten Menschen, die Empathie und den Wunsch nach einer tiefgründigen Abbildung der Person in den Vordergrund. Aktives Zuhören und positives Verstärken sind der Spiegel, den der Fotograf seinem Model zur Orientierung und Ausrichtung bieten soll.

Um sich mit der Person zu beschäftigen, ihr die Ängste zu nehmen und die Persönlichkeit in einem Foto darzustellen, stellt Chris Orwig das Gespräch in den Vordergrund. Auch das Ansprechen und Finden eines Models, mitunter der schwierigste Teil eines Poträts werden behandelt. Den Ansatz von Chris Orwig mit „frame and blame“ finde ich sehr interessant und werde ihn für mich ausprobieren. Chris Orwig behandelt in seinem Buch ausschließlich die Nutzung von natürlichem Licht, insgesamt werden Ausrüstung und Aufnahmetechnik in eher geringem Umfang behandelt. Für ihn ist das tiefe Verständnis über die Bedeutung eines Porträts wichtig, daher empfiehlt er dem Fotografen sich selbst porträtieren zu lassen, um daraus zu lernen.

Das über 400-seitige Buch ist nicht zum schnellen durchlesen und nachschlagen gedacht. Man liest Satz für Satz, Kapitel für Kapitel, dann macht man Pausen um das Gelesene zu reflektieren, auf seine Verwendbarkeit zu prüfen und für die eigenen Bedürfnisse angepasst auszuprobieren. Ich habe das Buch öfter mal für ein paar Tage weggelegt und erst dann weiter gelesen. Es ist kein Buch für den Einstieg in das Thema, sondern eher eine Vertiefung  aus einer speziellen Sicht und dient zur Vermeidung von Fehlern (oder auch zur Analyse bereits gemachter Bilder) und zur möglichen Verbesserung der eigenen Ergebnisse.

 

Chris Orwig
Heico Neumeyer (Übersetzung)

Authentische Porträts fotografieren
Ein Leitfaden für die Suche nach Wesen, Bedeutung und Tiefe

Februar 2020, 452 Seiten, komplett in Farbe, Festeinband
dpunkt.verlag ( hier finden sich auch Leseproben )
ISBN Print: 978-3-86490-733-3

 

Forstbotanischer Garten

im Kölner Süden ist besonders im Mai zu empfehlen, wenn der Rhododendron blüht.
Der schattige Wald mit seinen Lichtinseln und intensiven gelben, orangen, roten, violetten und rosa Farbklecksen.
1-2 Stunden mit dem Fotoknips sollte man auf jeden Fall einplanen, eher mehr als weniger.

 

LaPaDu … Landschaftspark Duisburg

Verlassene Industrieanlage und Natur … ein Widerspruch, naja oder auch nicht.
Der Landschaftspark Duisburg-Nord, auf dem Gelände des ehemaligen Hüttenwerk Duisburg-Meiderich,
ist ganzjährig frei zugänglich. An den Wochenende, nach Einbruch der Dämmerung, sind einzigartige
Beleuchtungseffekte zu sehen. Der seit mehr als 25 Jahren andauernde, langsame und sicherheitskontrollierte Verfall von Beton und Stahl in Verbindung mit der Ausbreitung der Natur zieht mich immer wieder dort hin. Insbesondere in der Woche hat man Zeit und Muße. Für das Gelände mit all seinen Möglichkeiten, Ein- und Ausblicken, Perspektiven und Motiven sollte man sich so. ca. 3 Stunden Zeit nehmen
… und zum Abschluss eine Currywurst. Was will man mehr.