Schwarzweiß (Teil 1)

ja, eines der Themen, das mir besonders am Herzen liegt
… was sicherlich auch an den Galerien unschwer zu erkennen ist.

Mit Schwarzweiß ist im Zusammenhang mit Fotografie natürlich eher nicht sowas gemeint,
obwohl schwarzweiß ist das Bild ja.

Gemeint ist mit Schwarzweiß eine Aufnahme bzw. eine Darstellung, die statt Farben eine Vielzahl
von Graustufen bzw. Helligkeitswerten enthält. Im optimalen Fall 256 (von Wert 0 wie komplett schwarz ohne jegliche Zeichnung,bis zum Wert 255 wie reines Weiß, ebenfalls ohne jegliche Zeichnung) klar differenzierte Graustufen.
Bei diesen Fotos ist die Ablenkung durch Farbigkeit ausgeschlossen, keine Farbe, wie beispielsweise die aktiven Signalfarben (rot, gelb) kann sich trotz kleinem Flächenanteil in den Vordergrund bringen und
vom eigentliche Bildinhalt ablenken. Auch Farbkonkurrenzen, Farbstiche und „falsche Farben“ oder Disharmonien spielen keine Rolle. Farben stören sich nicht gegenseitig oder lenken von der beabsichtigten Bildaussage ab.

Die „Kunst“ besteht darin, die Farbwerte in die „richtige“ Graustufe zu überführen. Überlässt man das einer
Automatikfunktion in der Software oder dem Kreativmodus in der Kamera kann es passieren, dass sich Bereiche nicht
ausreichend voneinander abheben, da die Farben in gleiche oder sehr ähnliche Tonwerte übersetzt werden.
„Richtig“ ist hier natürlich ein Wert, der vom Bildinhalt, aber auch von dem persönlichen Empfinden und Geschmack des
Bildbearbeiters deutlich gesteuert und beeinflusst wird.

Da Schwarzweiß immer eine Abstraktion der Realität darstellt … unsere Augen sehen die Welt normalerweise
in bunten Farben, gibt es auch kein „richtig“ und „falsch“ in klassischen Sinne. Erlaubt ist sicherlich was gefällt und dem
Fotos nutzt, also den Inhalt optimal darstellt. Schwieriger im Sinne von „nicht passend“ oder „nicht glaubwürdig“ wird dies bei Motiven, bei denen jeder die Farbe kennt … eine Tomate beispielsweise. Hier wird der geneigte Betrachter sehr helle, fast weiße Graustufen als „nicht richtig“ einstufen und damit für sich das gesamte Bild als eher „schlecht“ oder „schlecht gemacht“ bewerten.

Der Normalfall … Tomate = rot, Laub = grün, das links stehende Bild wirkt daher auf den Betrachter also möglicherweise „falsch“.
Hier ist das noch klar und nachvollziehbar, könnte vielleicht beim Betrachter noch als künstlerische Freiheit durchgehen, aber bei komplexeren Motiven ist manchmal die Meinung des Betrachters nicht mit der Realität und den Wünschen des Fotografen in Einklang zu bringen

Erlaubt ist trotzdem eigentlich alles, es wird halt nur nicht jedermann gefallen … aber damit kann (und muss) der Künstler leben.

Wie man „richtige“ Schwarzweißumsetzungen machen kann, also einen oder mehrere von vielen Wegen, beschreibe ich im 2. Teil.

 

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