Archiv der Kategorie: Buchrezensionen

Adobe Lightroom Classic (Buch)

Lightroom Classic – Schritt für Schritt zu perfekten Fotos

Lightroom Classic, das Schweizer Taschenmesser der digitalen Fotografie, bietet mittlerweile derart umfangreiche Funktionalitäten zur Bearbeitung und Verwaltung von RAW-Aufnahmen, dass ein Buchprojekt mit erschöpfenden Informationen schon eine echte Herausforderung ist.
Lightroom ist von Adobe erstmals 2007 in der Version 1 auf den Markt gebracht worden. Ich selbst kam erstmals bei einem Fotoworkshop mit Lightroom 4 in Berührung und habe es seitdem mit unterschiedlicher Intensität in der jeweils aktuellen Version genutzt. Allerdings habe ich mich nun zum ersten Mal strukturiert, mit einem umfangreichen Buch als Grundlage, ausführlich allen Funktionen von Lightroom Classic gewidmet und ich wurde mehr als positiv überrascht bzw. ich habe Lösungen gefunden, die ich noch nicht kannte und Antworten auf Fragen erhalten, die mich schon länger beschäftigten.

Wie Maike Jarsetz es in ihrer Einleitung sagt: Soviel Praxis in Form von Anleitungen und Workshops wie möglich, so wenig Theorie und Hintergrundwissen wie nötig. So wird der Einstieg, Umstieg oder Aufstieg in Lightroom Classic –also der „großen“ Desktop-PC-Version- deutlich einfacher und praxisgerechter, erste Erfolge zeigen sich so bereits nach sehr kurzer Zeit.

Die Autorin beginnt mit einem kurzen historischen Ablauf der Entwicklung der Adobe-Programm-Familie, geht auf die Unterschiede zwischen den Versionen Lightroom Classic als Komplettlösung für den persönlichen, nicht destruktiven Foto-Workflow mit PC-Anbindung und Verwaltung der Fotos auf dem eigenen Rechner und Lightroom als App-Version mit fester Cloud-Anbindung und leicht verringertem Funktionsumfang ein.

Nach der Einleitung folgt, dem analogen Arbeitsablauf eines Fotografen nachempfunden, eine weitgehend chronologische Abarbeitung aller Schritte und Zwischenschritte, die die Arbeit mit digitalen Bilddaten auf dem PC ausmachen.

Jedes der 15 Kapitel im Buch enthält am Anfang eine kurze Einleitung sowie die tabellarische Auflistung der behandelten Inhalte, die auch bereits bei der anfänglichen Inhaltsübersicht aufgeführt sind.  In den Unterkapiteln sind entweder grundsätzliche Informationen und Erklärungen mit Listen, Skizzen oder Screenshots oder kurze Workshops mit Screenshots und begleitenden Worten enthalten.  Diese kurzen, 1-4 Seiten langen und inhaltlich geschlossenen Unterkapitel lassen sich schnell und leicht lesen. Man kann dabei die Schritte direkt in Lightroom Classic nachgehen und die Auswirkung bzw. den Erfolg zu sehen. Das Buch ist also eher für den Schreibtisch direkt neben dem PC als für die Couch geeignet, eher ein Arbeitsbuch als ein Lesebuch … was in dem Fall für mich ein deutliches Qualitätsmerkmal ist.

Das Schriftbild, die Schriftgröße sowie die Qualität der Screenshots und Fotos erleichtern das Lesen und die direkte Erfassung des Inhalts deutlich. Wer mag findet auf den meisten Seiten auch noch Platz für eigene Notizen.

Eine Anregung meinerseits wäre dem Buch eine beidseitig bedruckte DIN-A4-Kartonseite mit allen wichtigen Lightroom-Shortcuts beizulegen, die man sich an den Monitor legen kann. Die Shortcuts werden zwar im Buch an passender Stelle abgedruckt, aber so eine Art best-of der häufig genutzten Shortcuts, die die Arbeit deutlich bequemer machen und beschleunigen, wäre eine nette, hilfreiche Zugabe.

Lightroom Classic – Schritt für Schritt zu perfekten Fotos
Maike Jarsetz ( 8. Auflage – 2023 – Rheinwerk Verlag Bonn )

Adobe Photoshop (Buch)

Das umfassende Handbuch

Mehr als 1100 Seiten und über 3 kg Papiergewicht lassen das vorliegende Buch schon recht gewichtig daher kommen aber wie ist es um den Inhalt, den Aufbau und die Lesbarkeit bestellt.

Auch wenn man es natürlich kann, aber die wenigsten Leser werden das Buch in einem Rutsch von vorne bis hinten durchlesen. Es ist einfach zu viel Inhalt, den man sich besser häppchenweise zuführt und die neu erworbenen Informationen auch immer direkt in der Praxis ausprobiert. So bleiben die teils doch recht komplexen Arbeitsschritte am besten im Gedächtnis.

Ob man chronologisch nach dem Inhaltsverzeichnis vorgeht oder sich zunächst Themen von besonderem Interesse heraussucht, hängt zum einen von den Vorerfahrungen, den individuell zu lösenden Problemen und natürlich auch vom eigenen Arbeitsstil ab. Das Buch gliedert sich in 12 Teile mit 33 Kapiteln und jeweils noch entsprechenden Unterkapiteln.

Beispielsweise ist Teil I (Das Handwerkszeug) zwar etwas unpräzise benannt, denn es sind nicht die Werkzeuge zum Bearbeiten der Fotos gemeint, aber das wird spätestens in den ausführlich bezeichneten Unterkapiteln deutlich. Es handelt sich hier um die Grundlagen wie den Arbeitsbereich und die Schaltflächen, den Umgang mit Dateien und die Anpassbarkeit des Programms für den individuellen Workflow.

Die anderen 11 Buchteile sind deutlicher bezeichnet, aber auch hier findet sich der präzise Inhalt der jeweiligen Bereiche genauer in den Kapiteln und Unterkapiteln.
Eine Auflistung der im Buch enthaltenen Workshops rundet das Inhaltsverzeichnis ab.

Der erfahrene Photoshop-User wird den ausführlichen Index und die Praxishilfen im Anhang D des Buches zu schätzen wissen. Der Druck des Textes und die Qualität der Fotos und Grafiken sind einwandfrei und flüssig lesbar. Sprachlich ist das Buch sehr gut verständlich. Die Autoren sind in der Lage auch schwierige Passagen in Worte zu fassen, die der Leser problemlos verstehen kann.

An passenden Stellen fügen die Autoren aussagekräftige Screenshots oder Anmerkungen an Rand der Seite hinzu. Der Lesefluss wird nicht gestört und die Zusatzinformation kann mit einem kurzen Seitenblick aufgenommen werden.

Die Autoren nutzen häufig persönliche, praxisnahe Erlebnisse, um konkrete Problemstellungen zu verdeutlichen und diese dann schrittweise mit den Werkzeugen in Photoshop zu lösen. Wie es bei professionellen Programmen üblich ist erscheinen 1-2 größere und einige kleinere Updates in einem Jahr. Das Buch kann dann natürlich immer wieder neu aufgelegt werden, aber die grundlegenden Werkzeuge und Problemlösungen sind auch weiterhin nutzbar, auch wenn manchmal eine neue „bessere“ Lösung hinzugekommen ist. Hierzu empfehle ich neben einem grundlegenden Buch Videos auf You-Tube, die meist schon kurz nach den Updates nur mit den neuesten Funktionen verfügbar sind. Auch wenn ich selbst häufiger Lightroom Classic als Photoshop nutze, komme ich bei gewissen Problemstellungen (zum Beispiel Arbeiten mit unterschiedlichen Ebenen oder inhaltsbasierte Retusche bzw. Reparatur zur Entfernung störender Elemente wie Sensorflecken) nicht um Photoshop herum. Da beide Programme des gleichen Herstellers zu einer Familie gehören ist die Zusammenarbeit schon gut gelöst. Das Buch war mir mit einigen bereits vorher aufgetretenen Problemen eine große Hilfe und ich werde es in aller Ruhe durcharbeiten bzw. bei konkret auftretenden Problemen gezielt nach Lösungen suchen.

Adobe Photoshop – Das umfassende Handbuch
Sibylle Mühlke, Jürgen Wolf ( 9. Auflage – 2022 – Rheinwerk Verlag Bonn )